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Grüner Wasserstoff-Tank aus Abfall

22. Juni 2021 // blog, Newsmeldungen,

Die Montanuniversität Leoben arbeitet an einem neuen Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff-Tanks. Dabei kommt speziell präparierte Aktivkohle aus organischen Abfällen und Platin zum Einsatz. Ziel ist es, den Wasserstoff zu speichern, ohne ihn dabei, wie derzeit üblich, auf 700 bar komprimieren zu müssen.

H2 – der Energieträger von morgen

Wasserstoff zählt zu den Energieträgern der Zukunft. Das Gas unter einfachen Bedingungen zu speichern, ist nicht leicht, stellt aber die Voraussetzung für grüne Wasserstoffantriebe, die für eine klimafreundlichere Umwelt nötig sind, dar. Deshalb wird an der Montanuni unermüdlich an der Entwicklung von Materialien zur Einlagerung von Wasserstoff geforscht. Aktuell liegt der Fokus auf Aktivkohlepulver. Die Wasserstoffatome sollen an der Oberfläche des Absorptionsmittels, die möglichst groß sein soll, andocken.

Kaffeepulver, Teeblätter und Orangenschalen als Basis

Das Aktivkohlepulver entsteht aus organischen Abfallprodukten, besonders aus der Kaffeeherstellung. In dieser Trägersubstanz wird das Gas aufgenommen, aber erst nachdem es aktiviert, also empfänglich für die Wasserstoffteilchen gemacht wurde. Das wird dadurch erzielt, dass dem Kohlenstoffpulver gezielt bestimmte Elemente beigefügt werden, etwa Platin. Die Zusatzstoffe werden entweder mit einer Nanopartikel-Abscheideranlage oder mit einer Plasma-Modifikationsanlage in die Aktivkohle gebracht.

Speicherung bei Raumtemperatur

Derzeit muss der Wasserstofftank mit Stickstoff auf minus 160 Grad gekühlt sein. Da dies zu Problemen führen kann, werden erste Einsätze bei Lkw- und vor allem bei Schiffsmotoren erwartet. Bereits jetzt erreicht man aber bei PKW mit einem 150-Kilo-Tank eine Reichweite von rund 500 Kilometern. Allerdings tiefgekühlt. Bei Raumtemperatur liegt man im Vergleich erst bei 100 Kilometer. Dennoch: Die Zeichen stehen gut. In den letzten drei Jahren wurde die Speicherkapazität bei Raumtemperatur etwa verzehnfacht.

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