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Wenn es um Altholz geht

14. August 2018 // blog, Newsmeldungen,

Ob Europaletten, Möbel, Sperrgut, Dachbalken, Bahnschwellen, Bau- und Abbruchabfälle oder auch schwierig zu zerkleinernde Wurzelstöcke und viele andere Althölzer: Die Aufbereitung von Altholz zur thermischen oder stofflichen Verwertung gewinnt durch neue Verordnungen immer mehr an Bedeutung.

Gut zu wissen – was die novellierten Altholzverordnungen in Deutschland und Österreich ändern wollen

In Deutschland soll die stoffliche Verwertung von Altholz um mindestens zehn Prozent steigen. Ziel ist eine Recyclingquote von 30 Prozent. Das sieht die im April 2017 in Kraft getretene novellierte Altholzverordnung vor. Denn von durchschnittlich rund acht Millionen Tonnen im Jahr gehen immer noch sechs Millionen Tonnen Altholz (80 Prozent) in die thermische Verwertung – in Biomassekraftwerke, Müll- und Mitverbrennungsanlagen zur Energieerzeugung. Nur etwa zwei Millionen Tonnen oder 20 Prozent der Anfallmengen werden in der Holzwerkstoff- und Zellstoffproduktion eingesetzt. Unter die stoffliche Verwertung fällt dabei auch die Synthesegasgewinnung zur chemischen Nutzung (Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V., Bonn).

Nach der fünfstufigen Abfallhierarchie in der deutschen wie europäischen Gesetzgebung für eine Circular Economy stehen Verbrennung und Beseitigung auf Deponien am Ende der Entsorgungskette von Konsumabfällen und Restmaterialien aus Industrieproduktion – wenn nichts anderes mehr übrigbleibt. Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling haben angesichts zunehmend knapper werdender Ressourcen und Rohstoffreserven Vorrang vor der energetischen/thermischen Verwertung. Und dafür wächst weltweit der Bedarf: Gefragt im aufstrebenden Recyclingmarkt sind innovative Technologien und maßgeschneiderte Know-how-Lösungen nach den Anforderungen und Wünschen der Anwender.

Vor Kurzem wurde im Juli 2018 in Österreich die Novelle zur Recyclingholzverordnung (RecyclingholzV Novelle 2018 – BGBl. II Nr. 178/2018) veröffentlicht. Ziel der Novelle ist es die Recyclingquote für Altholz im Sinne der Abfallhierarchie wesentlich zu erhöhen. Dies soll einerseits durch eine verpflichtende getrennte Erfassung am Anfallsort (Quellensortierung) und andererseits durch die Einführung eines Recyclinggebots erreicht werden (Quelle: Stefan Herzer, voeb – Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe, Wien).

Wirtschaftlich mit hoher Durchsatzleistung

Für hohe Durchsatzraten beim Zerkleinern von Altholz sind die Shredder Urraco und Miura von Lindner bestens ausgelegt. Die bis zu 770 PS starken mobilen Universalshredder in kompakt-robusten Ausführungen auf Kettenfahrwerk, Hakenlift oder Trailer zerkleinern mühelos bis zu 140 Tonnen Altholz in der Stunde auf definierte Korngröße. Und das bei niedrigem Kraftstoffverbrauch, was gemäß den Abgasnormen für alle Lindner-Zerkleinerer gilt. Für eine optimale Ausnutzung der Motorleistung ist zudem das kraftvolle Hydrauliksystem mit dem speziellen Zweiturm-Planetengetriebe des Herstellers ausgerüstet.

Die Zweiwellen-Mobilshredder sind unempfindlich gegenüber Fremdteilen, wie sie häufig das Aufgabematerial Holz in Verwertungsbetrieben belasten: Nägel, Schrauben, Metallplatten, Glas, Hartkunststoffe etc. Bei den Maschinen liegt das Augenmerk klar auf einem möglichst langen, wartungsarmen Betrieb und der schnellen Entnahme von Störstoffen, um ein hohes Maß an Produktivität zu erzielen.
Neben einer enorm schnellen Störstoffentnahme über die innovative hydraulische Wartungsklappe ermöglicht es das System innerhalb einer Stunde, den kompletten Wellensatz mithilfe eines Radladers einfach auszutauschen. „Somit steht dem Kunden immer das perfekte Schneidwerkzeug parat“, weiß Stefan Scheiflinger-Ehrenwerth aus Erfahrung. Der innovative Zweiwellen-Zerkleinerer verfügt außerdem über ein komplett neu entwickeltes, elektronisch geregeltes hydraulisches Antriebssystem, das sich durch eine besonders schnelle Reaktionszeit auszeichnet und eine präzise auf den Materialfluss abgestimmte Steuerung der Maschine zulässt.

 

Auf das Endprodukt kommt es an – Energie für 25.000 Haushalte

Das Heizkraftwerk Altenstadt in Oberbayern ist das ideale Beispiel, was durch die Verwertung von Altholz bewirkt werden kann. Die Firma Lindner konzipierte und lieferte für die Energiegewinnungsanlage aus Biomasse eine Systemlösung mit einem Urraco 95 Zerkleinerer als Herzstück der Anlage sowie einem nachgeschaltenen, speziellen Sternsieb.

Das Heizkraftwerk Altenstadt ging 1999 in Betrieb und versorgt heute mehr als 25.000 Haushalte mit Energie. Über eine Milliarde Kilowattstunden Strom wurden seitdem schon in das öffentliche Netz eingespeist. Die CO2-Einsparung in diesem Zeitraum liegt – gemessen an der Stromproduktion – bei über 620.000 Tonnen.

Aufbereitet zu heizwertreichen Qualitäts-Brennstoffen werden Althölzer der Klassen AI bis AIII in Deutschland, Sägespäne und auch Frischholz, wobei hier hauptsächlich nicht-stofflich verwertbare Durchforstungshölzer, Wurzelstöcke, Windbruch, Schwachhölzer und anfallendes Ast- und Gipfelholz verwendet werden. Wie Bernhard Schuster, Prokurist der Heizkraftwerk Altenstadt GmbH & Co. KG, erläutert, wurde dieses Holz früher für gewöhnlich verbrannt, gehäckselt oder durch Verblasen dem Verrottungsprozess ausgesetzt.

Nach der Zerkleinerung im Urraco 95 von Lindner auf eine bestimmte Hackschnitzel-Größe erfolgt die Separierung und Abscheidung von Metallen, Kunststoffen, Glas und anderen Fremd- und Störmaterialien, die im Aufgabegut enthalten sein können. Das nachgeschaltene Sternsieb gewährt hier eine sehr gründliche Siebleistung – mit Höhengewinn und Reinigungseffekt der Fraktionen – bei geringer Geräuschemission, Minimierung von Agglomeraten und Längenbegrenzung der Feinkornanteile.

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